Kilimanjaro: Jetzt wird es ernst

Landung in Tansania – und plötzlich ist der Kilimanjaro nicht mehr nur ein Projekt, sondern steht direkt vor mir. Mit dem Anblick werden auch die Fragen lauter: Habe ich genug getan? Wird die Vorbereitung reichen? Jetzt bleibt nur noch, loszulassen und zu sehen, was passiert.

Kilimanjaro: Jetzt wird es ernst

Gelandet.

Landung in Tansania. Mitten in der Nacht, direkt neben dem Kilimanjaro. Damit wird aus all der Vorbereitung langsam Realität.

Heute heißt es erst einmal ankommen, die Umgebung kennenlernen und den Kopf irgendwie hinterherkommen lassen. Morgen geht es dann zu einer Kaffeefarm, einem Wasserfall und einem regionalen Mittagessen.

Eigentlich also noch ein ziemlich entspannter Start. Und trotzdem merke ich langsam sehr deutlich: Jetzt wird es ernst.

Der Kopf kommt nach und nach in Tansania an. Gleichzeitig wird aber auch die Aufregung immer größer.

Denn ich kann den Kilimandscharo von meiner Lodge aus sehen.

Plötzlich steht er da

Ich habe im Rahmen der Vorbereitung unzählige Bilder vom Kilimandscharo gesehen. Ich habe Karten angeschaut, Routen studiert, Höhenprofile analysiert und mich über Monate mit diesem Berg beschäftigt.

Aber ihn dann tatsächlich vor sich zu sehen, ist noch einmal etwas völlig anderes.

Er ragt dort als nahezu einzige große Erhebung aus dem ansonsten vergleichsweise flachen Land heraus. Unten grün, mit dicht bewachsenen Hängen, weiter oben dann dieser riesige Berg und ganz oben weiß von Eis und Schnee.

Es sieht fast ein bisschen unwirklich aus.

Und vor allem ist er deutlich größer und beeindruckender, als ich ihn mir vorgestellt hatte.

Wenn man monatelang auf etwas hinarbeitet, wird es irgendwann ein Projekt. Man beschäftigt sich mit Trainingsplänen, Ausrüstung, Reiseplanung, Kosten und organisatorischen Details. Der Berg selbst ist dabei irgendwie immer da, aber gleichzeitig auch weit weg.

Jetzt ist er nicht mehr weit weg.

Jetzt stehe ich hier und kann ihn einfach sehen.

Zweifel.

Und mit diesem Anblick kommen natürlich auch all die Fragen wieder zurück, die während der Vorbereitung immer mal wieder aufgetaucht sind.

Nur noch etwas lauter.

Werde ich das wirklich schaffen?

Wird alles gut verlaufen?

Hat das, was ich in den vergangenen Monaten vorbereitet habe, tatsächlich Sinn ergeben?

Und funktioniert das jetzt auch alles so, wie ich es mir vorgestellt habe?

Habe ich genug getan?

Ich habe in den vergangenen Monaten kontinuierlich auf diesen Moment hingearbeitet.

Trainingspläne erstellt und wieder angepasst. Viele, viele Stunden trainiert. Auf Laufbändern mit Steigung gestanden, Treppenhäuser hochgelaufen, Gewichte gehoben und lange Märsche absolviert.

Dazu kam die Suche nach dem richtigen Anbieter, die Zeitplanung, die Reiseorganisation, die Recherche nach dem passenden Equipment und schließlich natürlich auch dessen Beschaffung.

Und auch die medizinische Seite habe ich so gut es ging abgeklärt.

Es waren unglaublich viele einzelne Themen, die am Ende irgendwie zusammenkommen mussten.

Ich bin im Alltag durchaus oft ein Chaot.

Aber wenn es wirklich darauf ankommt, versuche ich gleichzeitig, möglichst wenig dem Zufall zu überlassen.

Bei dieser Reise war das definitiv so.

Ich glaube deshalb, dass ich guten Gewissens behaupten kann, dass ich alles getan habe, was in meiner Macht lag, um mich möglichst gut vorzubereiten.

Hätte es mehr sein können?

Bestimmt.

Ich hätte noch mehr trainieren können. Noch mehr Höhenmeter sammeln. Noch mehr Zeit in die Vorbereitung investieren.

Hätte ich früher anfangen sollen?

Auch das wäre vermutlich nicht schlecht gewesen.

Aber neben Projekt-K gibt es eben auch noch ein echtes Leben, das gelebt werden will.

Familie. Arbeit. Alltag.

Schon so habe ich meiner Familie in den vergangenen Monaten einiges an Zeit und vor allem Geduld abverlangt. Trainings am Abend und am Wochenende, lange Märsche, Reiseplanung und ständig irgendwelche neuen Ausrüstungsgegenstände, die plötzlich überall Zuhause herum lagen.

Deshalb bin ich unglaublich froh und dankbar, dass sie das alles so mitgetragen und mich dabei unterstützt haben. Ohne diese Unterstützung wäre die Vorbereitung und das gesamte Vorhaben gar nicht möglich gewesen.

Jetzt kann ich nichts mehr vorbereiten

Und damit bin ich jetzt an einem Punkt angekommen, an dem ich eigentlich nichts mehr vorbereiten kann.

  • Das Training ist gemacht.
  • Die Ausrüstung ist hier.
  • Ich bin in Tansania.
  • Der Berg steht vor mir.

Mehr gibt es gerade eigentlich nicht zu tun.

Das klingt einfacher, als es sich für mich anfühlt.

Denn natürlich würde mein Kopf am liebsten noch einmal alles durchgehen. Noch einmal die Packliste kontrollieren. Noch einmal überlegen, ob das Training ausreichend war. Noch einmal jedes mögliche Problem durchspielen.

Aber irgendwann muss damit auch Schluss sein.

Ankommen.

Jetzt geht es darum, den Kopf ein bisschen abzuschalten.

Im Hier und Jetzt zu sein.

Tansania wahrzunehmen.

Die nächsten Tage zu genießen.

Und dann einfach auf mich zukommen zu lassen, was passiert.

Ich weiß nicht, ob die Vorbereitung am Ende ausreichen wird.

Ich weiß nicht, wie mein Körper auf die Höhe reagieren wird.

Und ich weiß auch nicht, ob alles so funktionieren wird, wie ich es mir in den vergangenen Monaten vorgestellt habe.

Aber genau deshalb bin ich ja hier.

Um es herauszufinden.

Kilimandscharo?

Ich bin gespannt.

Übermorgen sehen wir uns.

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