Kilimanjaro: letzter Checkup

Nur noch eine Woche bis zum Abflug nach Tansania. Beim MegaMarsch in Erfurt steht der letzte große Belastungstest an – während gleichzeitig eine Erkältung, fehlende Ausrüstung, wechselhaftes Wetter und die Sorge um die Flüge für Nervosität sorgen. Eigentlich ist fast alles vorbereitet. Eigentlich.

Kilimanjaro: letzter Checkup

Noch eine Woche: Der letzte große Check vor dem Kilimandscharo

Nur noch ungefähr eine Woche bis zum Abflug nach Tansania. Damit geht die Vorbereitung auf den Kilimandscharo endgültig in die heiße Phase. Heute war ich beim MegaMarsch in Erfurt und laufe noch einmal 50 Kilometer. Es sind irgendwo zwischen 25 und 30 Grad, sonnig, heiß und trocken und entsprechend schweißtreibend. Eigentlich könnte man sagen, dass das eine ganz gute Vorbereitung für Tansania ist. Für mich ist der Marsch aber vor allem der letzte große Check-up vor dem Kilimandscharo. Noch einmal 50 Kilometer am Stück laufen. Noch einmal viele Höhenmeter. Noch einmal schauen, wie sich der Körper über viele Stunden unter Belastung verhält. Und noch einmal überprüfen, ob das Training der vergangenen Monate tatsächlich das gebracht hat, was ich mir davon erhofft habe. Während ich hier durch die Hitze lief, war der Gedanke schon ziemlich verrückt, dass ich nächste Woche um diese Zeit bereits in Tansania sein werde und hoffentlich irgendwo auf den Kibo schaue. Wenn alle Flüge funktionieren.

Dinge, die man leider nicht trainieren kann

Auch das beschäftigt mich gerade mehr, als mir lieb ist. Mit etwas Sorge schaue ich auf die aktuelle geopolitische Lage und die Krisen im Nahen Osten. Natürlich kann ich daran überhaupt nichts ändern und vermutlich wird am Ende auch alles problemlos funktionieren. Aber bei einer solchen Reise reicht eben eine größere Verspätung an der falschen Stelle, um die komplette Planung durcheinanderzubringen. Die Anschlussflüge müssen funktionieren, das Gepäck sollte idealerweise im gleichen Land ankommen wie ich und am Ende muss ich auch rechtzeitig dort sein, wo die eigentliche Reise beginnt. Ich hoffe deshalb einfach, dass es bei den Flugzeiten, den Anschlussflügen und beim Gepäcktransport kein größeres Chaos gibt. Gleichzeitig schaue ich regelmäßig auf das Wetter am Kilimandscharo. Und auch das sieht gerade nicht ganz so aus, wie ich es erwartet hatte. Eigentlich sollte das Wetter zu dieser Jahreszeit relativ stabil sein. Aktuell scheint es allerdings zumindest teilweise etwas wechselhafter zu sein. Das führt dazu, dass ich meine Ausrüstung auf den letzten Metern doch noch einmal überdenken muss. Ich dachte zwischenzeitlich nämlich tatsächlich, dass ich beim Thema Ausrüstung fast fertig bin. War ich natürlich nicht. Mir fehlt noch eine vernünftige Hardshell-Jacke. Da habe ich mich bei meiner bisherigen Planung etwas verkalkuliert. Aufgrund der aktuell etwas instabileren Wetterlage werde ich außerdem doch noch zusätzliche Regenausrüstung einplanen. Eine Regenhose habe ich bereits zu Hause, muss sie aber noch in meine finale Ausrüstung beziehungsweise Packliste aufnehmen. Außerdem muss ich mich noch um einen Poncho kümmern. Alles keine riesigen Probleme. Aber genau das scheint gerade das Muster der letzten Tage zu sein:

Eigentlich ist fast alles fertig.

Und dann fällt mir wieder irgendetwas ein.

Ausgerechnet jetzt eine Erkältung

Das deutlich größere Thema ist allerdings meine Gesundheit. Ausgerechnet letzte Woche hat mich noch einmal eine Erkältung ziemlich hart getroffen. Wahrscheinlich einer der ungünstigsten Zeitpunkte im ganzen Jahr. Die Erkältung ist noch immer nicht vollständig weg und sitzt mir noch relativ tief in den Knochen. Und ja, das macht mir Sorgen. Gerade die Lunge und die Atmung sind auf dem Kilimandscharo ohnehin ein wichtiges Thema für mich. Ich habe mich in den vergangenen Monaten intensiv vorbereitet, meine Leistungsfähigkeit deutlich verbessert und versucht, möglichst viele Dinge vorher zu testen und einschätzen zu können. Eine Erkältung eine Woche vor dem Abflug war dabei nicht Teil des Trainingsplans. Ich hoffe deshalb sehr, dass ich sie in den verbleibenden Tagen vollständig loswerde und sie sich am Ende nicht negativ auf meinen Gipfelerfolg auswirkt. Trotzdem bin ich insgesamt weiterhin optimistisch. Natürlich frage ich mich inzwischen immer häufiger, ob ich den Gipfel tatsächlich schaffen werde. Je näher die Reise kommt, desto realer wird diese Frage. Das Training ist gemacht. Die langen Märsche sind gelaufen. Die unzähligen Treppen sind gestiegen. Auf dem Laufband habe ich viele Stunden mit Steigung verbracht und auch sonst in den vergangenen Monaten ziemlich viel Zeit und Energie in die Vorbereitung gesteckt. Mehr als mich möglichst gut vorzubereiten, konnte ich letztlich nicht tun. Ob es am Ende reicht, werde ich erst am Berg erfahren. Und genau das macht mich inzwischen gleichzeitig nervös und unglaublich gespannt.

Viel Geld in der Post

Zumindest organisatorisch bin ich inzwischen ziemlich weit. Auch das Bargeld habe ich mittlerweile besorgt. Dabei fand ich ganz interessant, dass man tansanische Schilling meines Wissens nicht einfach aus Tansania ausführen oder einführen darf.

Ich wollte deshalb bereits in Berlin US-Dollar besorgen, da dies auch weit verbreitet akzeptiert wird. Das hat sich allerdings komplizierter gestaltet als gedacht. Ich habe zunächst versucht, das Geld bei einer Bank zu bekommen, was letztlich nicht funktioniert hat. Schließlich habe ich es über die mit meiner Hausbank verbundene Reisebank bestellt. Ich habe also einen ziemlich großen Geldbetrag per Kreditkarte bezahlt und anschließend tatsächlich einen Briefumschlag mit entsprechend viel Bargeld zugeschickt bekommen. Das fühlte sich schon ziemlich absurd an. Aber gut. Es hat funktioniert. Damit bin ich zumindest beim Thema Bargeld im Plan.

Packen. Prüfen. Noch einmal prüfen.

Auch meine Ausrüstung ist inzwischen fast komplett und ich habe bereits probegepackt. Ein großer Packsack ist besorgt. Jetzt geht es vor allem darum, das gesamte Equipment noch einmal systematisch durchzugehen. Ich muss die Anzahl der einzelnen Sachen kontrollieren, alles sinnvoll sortieren und beschriften und noch einmal ganz genau prüfen, ob wirklich nichts fehlt. Wobei ich nach den Erfahrungen der vergangenen Tage davon ausgehe, dass mir spätestens fünf Minuten nach dem finalen Packen noch irgendetwas einfällt. Meine Reiseapotheke ist ebenfalls weitgehend zusammengestellt. Auch die technische Ausrüstung ist inzwischen geplant und vorbereitet. Was genau ich dort mitnehme, werde ich wahrscheinlich noch einmal in eigenen Beiträgen ausführlicher beschreiben. Gerade bei der Reiseapotheke und beim Thema Technik ist inzwischen doch einiges zusammengekommen. Für den Moment ist aber vor allem wichtig: Beide Bereiche sind weitgehend startklar. Eigentlich gilt das inzwischen für die gesamte Reise.

Eigentlich.

Ich bin aufgeregt und nervös. Wahrscheinlich inzwischen deutlich nervöser als noch vor ein paar Wochen. Gleichzeitig freue ich mich aber auch wahnsinnig auf diese Reise. Ich glaube, dass ich mir durch mein Training eine gute Chance erarbeitet habe. Ich habe in den vergangenen Monaten ziemlich viel dafür getan, mich möglichst gut vorzubereiten.

Packlisten ausgearbeitet und akribisch abgearbeitet. Alles wieder und wieder kontrolliert. Mehr kann ich jetzt eigentlich nicht mehr machen. Na gut, außer...

  • Noch eine Hardshell-Jacke kaufen.
  • Einen Poncho besorgen.
  • Die Erkältung loswerden.
  • Alles NOCH einmal durchzählen.
  • Sortieren.
  • Beschriften.
  • Packen.
  • Wieder auspacken, weil garantiert irgendetwas ganz unten liegt, das ich doch noch brauche.
  • Und dann wieder einpacken.

Aber dann kann es hoffentlich am Donnerstag endlich losgehen. Und nächste Woche um diese Zeit bin ich in Tansania.

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